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Zu Wochenbeginn – wir haben zwar zu diesem Begriff gerade nicht viel Bezug, aber er bringt sprachlich etwas Abwechslung rein – besorgte ich mir neue Lektüre, da diese schon ein bisschen knapp wird. Als nächstes steht Ernest Hemingway mit „The Sun rises also“ an, sozusagem dem Vorgänger von „On the Road“.
Es regnete auch heute. Die letzte Woche war meist wolkenverhangen und stellenweise gab es Regenschauer, mal zehn Minuten mal zwei Tage. Das Wetter ist also gerade suboptimal und das Auto und Zelt wird durchgehend belagert. Aber so richtig stören tut uns das bisher noch nicht.

Da die Zeit für die zu besuchenden Punkte schon knapp wird, machten wir uns am Dienstag zum Grand Canyon of Yellowstone mit seinen Wasserfällen auf. Der Tower Fall war nur aus der Entfernung zu beobachten und somit nicht wirklich interessant. Der Lower Fall konnte dafür umso mehr begeistern. Die Energie der Wassermassen beim Runterstürzen war zu fühlen. Unglaubliche Sog-Kraft die mich hypnotisierte und nicht los lies. Hätte dem Wasserfall den ganzen Tag lang zuschauen können, ähnlich wie bei Feuer. Schauten dann noch zum Upper Fall, welcher ein bisschen flacher aber dafür schneller war.

Auf dem Weg zum Lake Yellowstone lag dann noch der Mud Volcano, welcher uns einen kleinen Vorgeschmack auf die Geysir Region gab. Der See war ja gerade erst geschmolzen und die Infrastruktur im Süden hatte noch nicht geöffnet. Schade, hätten uns gerne ein Boot (Kanadier) ausgeliehen, aber kann man nichts machen.

Am Abend lernten wir mit Gary noch einen echten Texaner kennen. Wer jetzt glaubt dies sei negativ besetzt hat sich geirrt. War ein sehr lustiger Abend beim Versuch ein Feuer zu machen.

Greetz, Kasi

Zu Mittag bogen wir auf dem Weg nach Salt Lake City zum Canyonlands NP ab.
Dieser eher nicht so bekannte und wahrscheinlich unter der Popularität des Arches NP etwas leidende Park, galt als Geheimtip und konnte die Erwartungen auch voll erfüllen. Die Aussicht über die Canyons die vom Colorado River und Green River her rühren die hier zusammenfliessen, boten eine weitläufigere und flachere Plateau- und Canyonstruktur als der Grand Canyon. Mehr als am Viewpoint verweilen machten wir hier aber trotzdem nicht.

Denn es ging endlich wieder in eine Stadt nämlich Salt Lake City. Die Hauptstadt Utah’s und der Mormonen wurde schon sehnlichst erwartet, da ein Motel mit all seinen Annehmlichkeiten nach mehr als drei Wochen Zelten sich schon in unseren Köpfen manfestiert hatte.

Die Landschaft veränderte sich nördlich von Moab sehr schnell in eine alpinere Landschaft mit mehr Vegetation (Granit statt Sandstein). Die Verlassenheit und Trostlosigkeit dieser Gegend ist unbeschreiblich und hätte zahlreiche Motive gegeben. Da es jedoch noch immer regnete und ein Motel auf uns wartete lies ich es bleiben. Fuhren einmal vom Highway in eine Ortschaft Namens Helper ab. Alle Läden waren geschlossen und wir sahen in ganz Downtown keine Menschenseele. Es war wirklich schwer zu sagen, ob dies hier normal ist oder es gar keine Zivilisation mehr gibt.

Im Abendprogramm waren natürlich verpflichtend die Conference Finals reserviert. Habe auch endlich wieder etwas Innenpolitik gesehen. Obama gab zeitgleich mit Cheney eine Pressekonferenz zur „Nationalen Sicherheit“, dem Hauptangriffsziel Cheney’s an Obama’s Politik. Der Zustand Obama’s war dieses Mal wieder besser. Das letzte Mal als ich ihn in Phoenix sah war er schon sehr erschöpft und ausgebrannt und tat sich schwer bei der Rede. Dies ist bei seiner Task-Liste aber auch mehr als verständlich.

Greetz, Kasi


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Der Plan war zu Sonnenaufgang am Sunrise und dann Bryce Point zu sein und von dessen über einen Teil des Peakaboo und Navajo Trails zum Sunset Point zurück zu gehen. Dies führte mich auf ungefähr 4km Länge und 500m Höhenunterschied mitten unter die Hoodoos. Laut den Navajo Indianern ist dies ein Urvolk, das wegen ihrer böswilligen Art von Coyoten versteinert worden ist. Wissenschaftlich gesehen sind es besondere Erosionen von Wasser und Wind der unterschiedlichen Sandsteinschichten.

Kann hiervon das Selbe berichten, wie vom Grand Canyon. Wer zum Bryce Canyon NP fährt, soll sich die Zeit nehmen und auch runter gehen. Der Trail dauert nicht ganz zwei Stunden und führt durch eine bezaubernde Landschaft. Die Formen und vor allem Farben der Hoodoos sind einzigartig und wirken stellenweise surreal, es schien als würde der orangene Sandstein von Innen heraus leuchten.

Zu Mittag gab es ein etwas ausgedehnteres Mittagsschläfchen, bevor es Richtung Grand Staircase Escalante NM weiter ging.

Greetz, Kasi


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Vormittags wollten wir uns das Permit für „The Waves“ besorgen, waren aber leider eine Stunde zu spät dran. Hat uns aber nicht so weh getan, da die restlichen 10 Permits an 72 Personen in einer Lotterie vergeben worden sind, und somit unsere Chance eh nicht sehr große gewesen wäre.

Danach gings zum Antelope Canyon, welcher eines der Highlights bisher war. Hier eine kleine aber feine Auswahl an Bildern, die ich in diesem Slot-Canyon gemacht habe. Eintritt ist zwar 26$, das ist er aber auch ohne Foto-Interesse auf jeden Fall wert.

Greetz, Kasi

Nach netto nur ungefähr 3h Schlaf ging es in der Früh zum South Kaibab Trail, der uns zum Colorado River runter führen soll. Auf den 1600 Höhenmetern Differenz bekommt man 1,5 Milliarden Jahre Zeitgeschichte in geologischer From präsentiert. Gestartet wurde um halb acht um der Sonne aus dem Weg zu gehen. Ja richtig, dieses Mal wurde zuerst runter gegangen und am Ende gab es den anstrengenden Anstieg, logischerweise.

Entgegen der Prognose von 40°C hatte es zum Glück wegen Wolken nur ~ 30°C im Tal, jedoch ohne Wind. Dort ging es an den Colorado River zur Erfrischung und dann unter einen Baum für eine Jause und ein Nickerchen. Die Erdhörnchen – wir nennen alle Fitz – waren sehr zutraulich (lästig) und versuchten unablässig die Essensreste aus dem Rucksack zu ergattern.

Um 15h ging es dann über den Bright Angel Trail wieder rauf. Der Weg führt in der Mitte durch ein grünes Plateau und konnte ebenfalls mit viel Geologie und schöner Landschaft begeistern.
Die letzten 300m war ich nur mehr von den Gedanken an Dusche, Spaghetti und Schlafsack angetrieben. War wegen der Trockenheit und heißen Temperaturen, der unglaublichen Geologie, dem umgekehrten Ablauf (Abstieg-Anstieg) und dem doch recht großen Höhenunterschied ein ganz besonderes Erlebniss. Die Landschaft des Grand Canyon muss man mit allen Sinnen aufnehmen, sonst hat man nur einen Bruchteil des Möglichen erlebt. Also wenn jemand dort hin kommt nehmt euch die Zeit und Energie und geht auch runter ins Tal.

Diese Mal gibts ein paar mehr Fotos, da es noch immer hart war auszusortieren!

Grüße, Stefan

GPS Track

Elevation Profile
South Kaibab Trail 2 Bright Angel Trail 2009-05-04 (GPX File)

Nutzungsbestimmung GPS Tracks

Machten uns einen gemütlichen Tag. Kurz beim Visitor Center vorbeigeschaut, welches zwar vom Areal her riesig, aber informativ das bisher schwächste war. Wie üblich gabs am Abend Lagerfeuer, welches bis 1h in der Früh brannte.

Greetz, Kasi

Bevor wir zum Grand Canyon National Park aufbrachen besuchten wir anlässlich des internationalen Tages der Astronomie noch das Lowell Observatorium. Wollten nur kurz vorbei schauen, woraus aber nichts wurde. Es gab eine kleine Führung über die Geschichte des Observatoriums welches von Percival Lowell Ende des 19. Jahrhunderts gegründet worden ist. 1930 wurde dort der Pluto entdeckt und insgesamt war man an vielen wichtigen Forschungen mitbeteiligt.

Der Grand Canyon, oft erzählt viel gehört, jetzt stand ich aber selber davor. Trotz aller Skepsis hat es mir der Anblick aber auch angetan. Besonders das geologische Hintergrundwissen über die mehr als eine Milliarde Jahre Erd-Geschichte, abgelagert in unterschiedlichen Gesteinsschichten, macht es dieses Naturdenkmal zu etwas Besonderem.

Machten uns am Abend endlich wieder ein Lagerfeuer, das bis um 1h in der Früh brannte. Ansonsten wurde die die Hängematte aufgehängt und die Slackline gespannt. Der Wildlife-Lifestyle hat uns wieder erwischt.

Greetz, Kasi



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