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Der Schnee war da!

Es war nicht zu übersehen, die Alm und umliegenden Berge waren in der Früh von einer dünnen Schicht Schnee überzuckert.

Die Lanschitz-Alm überzuckert

Die Lanschitz-Alm überzuckert

Michl ging desto trotz auf die Alm…..natürlich….zählen.

Ich erledigte derweil die Hausarbeiten und waschte das Geschirr ab. Typisch traditionel war meist unsere Arbeitsteilung. Michl nannte mich auch schon manchmal Heidi….

Zu Mittag rieß der Himmel auf und die traumhafte Bergwelt wurde vom Sonnenschein erhellt. Setzten uns vor die Hütte und lasen ein bischen, alles andere wäre heute Zeitverschwendung gewesen.

A typischer Nachmittag

A typischer Nachmittag

Zu unserer Überraschung kamen dann noch Michls Eltern mit dem kleinen Schwesterlein, die uns etwas zu Essen brachten.

Für uns ging es dann auf die Alm. Es sollte auch heute wieder versucht werden die Kuh aus zu melken. Und wieder ging es sich nicht aus, wobei es heute noch schlechter lief. Gerade mal einen Liter gab sie her.

Während der Suche nach den restlichen Kühen, kam ich bei der Mündung des Gebirgsbaches in den unteren Lanschitzsee an. Sah mich ein bisschen um und fand einige Boulder und einen Wildbach. Vielleicht war es aber auch schon ein Wasserfall.

Leider konnten wir nicht alle Tiere finden, war im Wald eine Sysiphus-Arbeit. War somit von der Arbeit her gesehen ein sehr unbefriedigender Tag.

Ausblick nach Westen

Ausblick nach Westen


Entschloss mich schon heute mit Michl’s Eltern nach Hause zu fahren. Gingen dann kurz vor Sonnenuntergang runter. Jetzt wars vorbei…

Ich lies eine der schönsten Wochen in meinem Leben hinter mir. Gerade hinsichtlich meiner vielen schönen Wochen im bisherigen Jahr ist es umso verwunderlicher, dass gerade diese Woche solche Emotionen hervor rief. Wollte und konnte aber die Zeit nicht einfrieren und somit hörte ich am schönsten Punkt auf. Werde definitiv wieder Sennen gehen, wenns passt gleich nächstes Jahr.

War eine super Zeit mitn Michl in der ich komplett Abschalten konnte und die einfachen Dinge des Lebens sehr genoss. Viel Zeit und wenig Ablenkung, hier musste man sich die Zeit noch selber vertreiben. Jetzt steht eine Zeit vor dem PC an, also gleich wieder ziemlicher Kontrast. Mal schauen, wie lange ich das durch halte.

Greetz, Kasi

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Sennerei auf der Lanschitzalm – Tag 6

Das Wetter werkte heute, gscheid kalt und windig wars.

Nach einer kleinen Lese- und Esssession – ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich mache es in diesem Falle soooo gerne – rief unvermeidlich die zu melkende Kuh. Also gings, bei peitschendem Regen, rauf, da Michl und da Steffl waren nicht aufzuhalten.

Die Adern der Alpen

Die Adern der Alpen


Die eiskalten Finger mussten aufgewärmt werden bevor mit dem Melken begonnen werden konnte. Das Vorhaben war, die Kuh komplett aus zu melken, damit sie trocken gestellt werden kann. Leider war die Kuh heute nicht geduldig genug das wir alles raus brachten. Es war aber immerhin genug um uns einen warmen Kakao machen zu können, unserem heiligen Getränk. Über die okkulten Danksagungen muss hier nicht genauer Gesprochen werden.

Ich ging mit der Milch gleich wieder runter, Michl schaute noch zum oberen See zu – aktive Blog-Leser werden es schon ahnen – dem täglichen Kühe zählen.

Da Michl unerschrocken und frohen Mutes

Da Michl unerschrocken und frohen Mutes


Nach getaner Hausarbeit horchten wir Musik und lasen ziemlich lange die herumliegenden Geo-Hefte. Am Abend wurde dann schon bald der Tag beendet.

Schlechtes Wetter auf der Alm heisst nicht automatisch einen schlechten Tag 😉

Greetz, Kasi

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In der Früh stand wie üblich business as usual an. Wir mussten zu den Kühen rauf Zählen und die Milchkuh sollte runter gebracht werden.

Der erste Versuch heute die Herde mit Kraftfutter ins Tal zu locken funkte gleich und 21 Kühe mitsamt der Milchkuh folgten uns zügig.

Doch die Freude hielt nicht für Ewig, denn als wir bei der Wasserstelle ankamen, trennte sich die Herde in zwei Teile. Zähe Versuche sie wieder auf den Heimweg zu bringen trugen keine Früchte.

Die Herde

Die Herde


Daher entschlossen wir uns die Milchkuh auf der Alm zu lassen und sie vor Ort zu melken. Dies wurde zu einer ziemlich langwierigen Aktion, da andere Kühe und der Drang nach frischem Gras Sie nicht ruhig stehen ließen.

Letzten Endes konnte ich in Summe ~3 Liter sprichwörtlich raus quetschen. Somit waren beide Parteien (hoffentlich) zufrieden.

Dann gab es Spaghetti mit einem längeren Mittagsschläfchen.

Am Abend wurde dann der untere Lanschitzsee besucht um uns ein bischen zu erfrischen. Hüpften in der Dämmerung in diesen klaren, grünen Bergsee der eingebettet von Bergen direkt vor unserer Hütte lag. Sehr genial!

Da uns heute ein netter Bauer vor dessen Abtrieb etwas Speck und Eier vorbei brachte gabs am Abend eine Eierspeise. Heute begleiteten uns die Rolling Stones und das John Butler Trio. Als gute Nacht Band gabs dann Sigur Ros. Hoffe ihr könnt euch somit in etwa vorstellen wie so ein normaler Tag auf der Alm bei uns aussieht.

Greetz, Kasi

Dies war ein Tag wie es ihn nicht oft genug geben kann.

Nach dem Aufstehen gings mal ans zusammenräumen. Michi war schon unterwegs zu den Kühen. Es war in der Früh noch relativ kalt und der Wind ging unangenehm.

Unsere Quelle

Unsere Quelle


Las dann ein bischen über die Produktion von Milchprodukten und jausnete. Es wurde auch endlich „Per Anhalter durch die Galaxies“ von Douglas Adams fertig gelesen und es gab keine Panik mehr, denn alles war ja 42. Lustiges und doch tiefgängiges Buch, das meinen Zeitgeist perfekt trifft. Michi machte während dessen auf der Bank im Freien einen Power-Nap.

Danach probierten wir uns in der Herrstellung von Yoghurt. Leider kam genau während dem Erhitzen ein Bauer und wir übersahen…..

Daraufhin spielten wir zwei Partien Schach bis mir wider ins Haus gingen und kochten. Nach den Nudeln gings zum ersten Mal ans Abwaschen was dementsprechend lange dauerte.

Unser Küche, das Wohnzimmer und das Schlafzimmer

Unser Küche, das Wohnzimmer und das Schlafzimmer


War ein super relaxter Tag der begleitet von Calexico in die Nacht überging.

Wer sich jetzt mehr erwartet hat wird wohl enttäuscht sein, aber auch hier stimmt das Sprichwort „Weniger ist mehr“.

Greetz, Kasi

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Sennerei auf der Lanschitzalm – Tag 3

Auf der Lanschitzhütte mit Michi, Uta und Eva

Auf der Lanschitzhütte mit Michi, Uta und Eva

Am ersten richtigen Tag ging es gleich mal ans Arbeiten und es wurde um einiges länger als gedacht, aber alles der Reihe nach.

Wolkenloser, blauer Himmel begleitete uns rauf zum Mittlerene Lanschitzsee. Mussten zuerst einmal die ausgerissene Milchkuh suchen um unsere immens wichtige Milchversorgung für den Kakao wieder her zu stellen. Zur Zeit streiken nämlich auch noch die Hühner und legen keine Eier. Doch dies ist bei weitem nicht so wichtig.

Grund fürs Ausreissen dürfte wohl die Einsamkeit unten bei der Hütte gewesen sein. Fanden die Kuh ja auch gleich bei ihrer Freundin. Alleine standen die Chancen schlecht, daher versuchten wir gleich Beide runter zu treiben. Leider war die Milchkuh auf Pepi, dem Hund von Uta, nicht gut zu sprechen worauf wir unsere Taktik ändern mussten.
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Sodale, nicht verwundern über die nächsten Artikel. Es geht jetzt mal nicht hautpsächlich um Bergsport, Umweltschutz oder Geowissenschaften, sondern um die Alpen-Kultur und deren Pflege.
Ich war nämlich eine Woche in Lessach auf der Lanschitzhütte zum Sennen.

Die Lanschitzhütte

Die Lanschitzhütte


Damit es aber nicht fehl interpretiert wird, vom harten Senn-Alltag haben wir insgesamt nur wenig mitbekommen. War mein erstes Mal und da es nur eine Milchkuh mit 2-3 Liter gab war nicht viel Milch weiter zu verarbeiten. Also belief es sich aufs Kühe zählen und dem täglichen Melken, welches aber eh nicht so leicht war wie erhofft.

Zu dieser Woche auf der Alm bin ich übern Michi gekommen der dies letztes Jahr zum ersten Mal gemacht hatte. Dessen Vater fuhr uns auch netterweise gleich runter ins Salzburger Land.

Michi und Willi

Michi und Willi

Marschierten von Lessach ~1,5h rauf zur Lanschitz-Hütte (1718m) wo uns die beiden derzeitigen Bewirterinnen Uta und Eva freundlich empfingen.

Die Hütte liegt am unteren von den drei Lanschitzer Bergseen (Unterer, Mittlerer und Oberer Lanschitzsee) in einem grünen Talkessel. Nördlich und östlich grenzte uns ein schöner Grat aus Urgestein ein. Südlich war ein Gipfel und dazwischen (OSO) öffnete sich ein Übergang rauf zum Mittleren und Oberen Lanschitzsee.

Den Rest des Abends verbrachten wir in der Hütte zuerst mit einem leckeren Mahl von Uta und quatschten dann ein bischen. Die Hütte war recht urig und einfach eingerichtet, auf Prunk wurde verzichtet. Wir hatten aber dank Photovoltaik etwas Strom, womit wir sogar einen CD-Radio betreiben konnten. Dies war also unsere Ausgangslage für eine ruhige Woche vor uns.

Greetz, Kasi