Es ging am frühen Nachmittag mit dem Workshop „Community Funded Journalism“ los, in dem nach alternativen Finanzierungsmethoden für journalistische Medien gesucht wurde. Es wurde das Crowdfunding über Kachingle oder Google Micropayment erwähnt, welche noch in der Umsetzung sind. Diese Dienste stellen eine zentrale und vereinfachte Form des Spendens online für favorisierte Formate dar. Das Prinzip dahinter ist das Erlangen von sozialer Anerkennung, zum Beispiel durch Anzeige der Spende auf dem eigenen Facebook-Account.

Nach diesem hoffnungsgebenden Workshop wurde von Erich Möchel, Redakteur bei der Futurezone beim ORF, einer der düsteren Abgründe des Cyberspace beleuchtet. Er referierte über die Kriegsführung im Web mittels Botnetzen. Diese Zusammenschlüsse von Zombie PC’s – dies sind von Malware befallene PC’s die sich bei Bedarf fernsteuern lassen – können die Computer-Infrastruktur ganzer Nationen zusammen brechen lassen wie bei einem DDoS-Angriff auf Südkorea am heurigen Independence Day gezeigt worden ist. Das darin eine enorme kriminelle Energie steckt und damit auch viel Geld zu machen ist kann man sich leicht selbst zusammen reimen. Zur Zeit dürfte ungefähr jeder zehnte PC von einer Malware befallen sein und – falls benötigt – für solche Attacken missbraucht werden können.

Steve Goodman, musikalisch bekannt als Kode9, zeigte uns einen Einblick in die Kriegsführung mit Schall. Panzer aus dem zweiten Weltkrieg welche das Geräusch einer Armee aussendeten, Panzer welche gerichteten Lärm an Demonstranten beim G20 Gipfel in Pittsburgh abstrahlten und Mosquito-Geräte wie sie in Attnang-Puchheim verwendet werden gab es zu sehen, aber vor allem auch zu hören.

Zum Abschluss des Abends gab es eine Podiumsdiskussion mit diversen Journalisten. Anneliese Rohrer, David Barstow, Raimund Löw, Harald Fidler, Barbara Eppensteiner und Alexandra Bader redeten über die Krise der Medien und Lösungswege. Es wird nach neuen Geschäftsmodellen für den Journalismus gesucht wodurch man sich wirkliche Unabhängigkeit erhofft. Und wie so oft wird auch hier wieder klar, die Veränderung kann nur von unten kommen. Es gab viel Hoffnung, wenn auch oftmals angetrieben vom Zwecksoptimismus.

Es wurde viel von den Chancen die die Krise bietet und den Veränderungen die geschehen geredet. Alternative Ideen sind gut und sollten ausprobiert werden, was sich durchsetzt muss sich dann erst heraus stellen. Auf jeden Fall wird es Veränderung geben müssen, denn hochwertiger Journalismus kann mit den bisherigem Geschäftsmodell nicht mehr überleben.

Grüße, Stefan

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1 comment

  1. Reini Oktober 23rd, 2009 9:43 pm Reply
    #1

    Danke für den guten Artikel und den tollen Einblick. Ich habe davon eigentlich wenig mitbekommen. Ich freue mich schon auf die nächsten Updates!

    Viel Spass noch in Graz!

    cu Reini

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