Reini und Kasi am Parkplatz

Reini und Kasi am Parkplatz

Reini und ich nutzten den freien Tag und fuhren an den Traunstein, dem Wächter des Salzkammergutes. Mein erster Klettersteig stand an und es sollte gleich einer im Schwierigkeitsgrad D sein. Der Traunsee-Klettersteig hat zwar nur 150 Höhenmeter Anstieg, aber er ist zu Beginn leicht überhängend und forderte seine Angst und Kraft ein.

Habe mir versehentlich beide Wecker auf 6 Uhr anstatt auf die ausgemachten 5 Uhr gestellt. Reini wartete also schon, war ja bereits um 4:15 Uhr aufgestanden. Hatten dadurch einen eher stressigen Start und mussten einen etwas längeren Weg bis zum Einstieg in kauf nehmen.

Und wie es so kommt, ein Unheil kommt selten alleine. Habe vergessen, mein „weiterverarbeitetes Essen“ im Tal zu lassen. So kam noch mehr Stress im Aufstieg dazu, was ich bei dem anstehenden Klettersteig überhaupt nicht gebrauchen konnte.

Traunsee Klettersteig (D)

Der Traunsee Klettersteig

Der Traunsee Klettersteig

Am Fuße des Klettersteiges bemerkte dann auch noch Reini, dass er gar kein Klettersteigset, sondern nur einen Gurt mithatte. Der unrunde Tag ging weiter und das hies für mich, dass ich alleine rauf klettern musste. Und dies schnell, denn das Hochdruckgebiet im mittleren Körperbereich machte auf sich aufmerksam.

Fand dann in Helmuth, einem älteren Herren aus dem Mühlviertel jemanden der sich bereit erklärte, ihn mit mir zu gehen. Lange hielt diese Abmachung aber nicht. Die ersten 15 Meter waren mit D die anstrengendsten Stellen des Steiges (Steile Wand und Überhängendes Wandl), hier ging es überhängend gleich kräftig los.

Einstieg Traunsee Klettersteig

Einstieg Traunsee Klettersteig

Keine Ahnung was mit Helmuth los war, aber wir verloren uns bereits hier aus den Augen. Retour klettern war für mich auch keine Option, den ich merkte schon, dass dieser Klettersteig an die Grenzen meiner Höhenangst gehen und die Arme entleeren wird.

So gesehen verwundert es vielleicht ein bisschen, aber der Klettersteig war wie gemacht für mich. Musste mich vor dem Pfeiler einmal hinsetzen und mental sammeln um die Höhenangst zu bewältigen. Es ging rechts und vor mir 100 Meter gerade runter, eine Höhe in der ich mich zuvor noch nie bewegt habe. Links gingen Leiter und Trittstifte den Pfeiler rauf, an und für sich eine leichte Übung, aber nicht für mich. Motivierte mich und ging dann nach einer zehn-minütigen Pause weiter.

Helmuth sah ich an diesem Tag nicht mehr, hoffe ihm ist nichts passiert.

Traunstein und Gmundner Hütte

Kräftemässig war der Steig ideal, hätte nämlich nicht mehr viel weiter können. Mitten im Gastgarten der Gmundner-Hütte ausgestiegen musste ich mich nach dem Adrenalinrausch erst einmal sammeln um wieder mit mir selber und den Menschen um mich zu recht zu kommen.

Reini auf der Gmundner Hütte

Reini auf der Gmundner Hütte

Setzten uns und packten das Jausen-Zeug aus, welches mit an g’spritzten Apfelsaft genossen wurde. Wurde bei der Ausschank wegen meinem BockMas-Shirt angequatscht. Viele Grüße Pesef!

Kasi und Reini auf dem Traunstein (1.691m)

Kasi und Reini auf dem Traunstein (1.691m)


Danach gings rüber zum Gipfel, wo wir Teil der wuselnden Masse wurden. Es waren sicher 100-200 Menschen unterwegs heute, eine Menschenschlange säumte den Weg.

Beim Abstieg, retour über den felsigen und steilen Hernler Steig, merkte ich mein fehlendes Training. Dies schlug sich die nächsten vier Tage auch in Form eines extremen Muskelkaters nieder. Ist halt ein Steig und kein Wanderweg.

Der Traunsee mit Höllengebirge

Der Traunsee mit Höllengebirge

Fuhren dann noch an den Attersee, nach Litzlberg, um uns in die Sonne zu legen und zu chillen.

War eine sehr schöne und ruhige Tour. Endlich mal wieder mit Reini unterwegs gewesen und auch den ersten Klettersteig begangen.

Der Traunsee Klettersteig ist schön angelegt und fordert einiges an Kraft ab. Dafür wird man mit einer super Aussicht auf den Traunsee und das Höllengebirge belohnt.

War eine sehr intensive Zeit mit extremen Gefühlen und Empfindungen. Auch an diesem Tag weitete ich meine Höhenangst nach oben hin aus. Rock and roll!

Greetz, Kasi

Details Hans Hernler Steig (B)

  • Anreise: Zum Ostufer des Traunsees. Über Steyrermühl nach Gmunden (oder Abfahrt Gmunden von Salzburg kommend) und am Ostufer (nicht Richtung Bad Ischl!) bis zum Ende der Fahrmöglichkeit. Es gibt einen Parkplatz und einen Zugang zum See mit Badewiese (evtl. für Nicht- Klettersteiggeher interessant).
  • Zustieg: Parkplatz am See auf gut markiertem Weg (zuerst ueber Forststrasse, dann rechts markierung im Wald folgen) in ca. 45 min. zur ersten Eisenleiter. (der Weg führt an einer Gedenkstätte vorbei).
  • Beschreibung des Hans Hernler Steig (B) auf Bergsteigen.at

Details Traunsee Klettersteig (D):

  • Anreise: Zum Ostufer des Traunsees. Über Steyrermühl nach Gmunden (oder Abfahrt Gmunden von Salzburg kommend) und am Ostufer (nicht Richtung Bad Ischl!) bis zum Ende der Fahrmöglichkeit. Es gibt einen Parkplatz und einen Zugang zum See mit Badewiese (evtl. für Nicht- Klettersteiggeher interessant).
  • Zustieg: Parkplatz am See, auf gut markiertem Weg (zuerst über Forststrasse, dann rechts Markierung im Wald folgen) in ca. 45 min. zur ersten Eisenleiter (der Weg führt an einer Gedenkstätte vorbei). Nun dem Hernlersteig folgen, bis man auf einem Kamm die Abzweigung zum Traunsee-Klettersteig sieht (ca. auf 1500m). Der Steig verläuft durch den letzten steilen Felsaufschwung unter der Hütte, der Hernlersteig geht links davon hinauf.
  • Beschreibung des Traunsee Klettersteig (D) auf Bergsteigen.at
Traunstein (1.691m) über Hernler Steig (B) & Traunsee Klettersteig (D) mit Reini

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