Das Nachtleben in Timelkam konnte die alten Hasen nicht mehr befriedigen, also entschieden sich Berni und ich um 2 Uhr in der Früh an den Berg zu fahren und den Sonnenaufgang auf einem Gipfel zu verbringen. Die etwas andere Tour endete auf dem Großen Tragl mit einigen übernachtigen und lustigen Momenten in der Finsterniss am Berg. Schlaflos im Salzkammergut!

Doline

Doline

Berni und ich hatten damals eine alpine Hoch-Zeit und unsere Gedanken kreisten meist nur ums Klettern und den nächsten Berg. So wars auch an diesem Abend, als wir im Mosquito, besser bekannt als Gei, an der Bar standen.

Die Bar und deren Besucher konnten uns nicht wirklich begeistern in unserer Dummheit sprach es dann irgendwer aus. Wir könnten ja stattdessen auf einen Berg gehen und den Sonnenaufgang von oben genießen!

Die absurde Idee wurde dieses Mal umgesetzt, wahrscheinlich gerade wegen der Absurdität. Fuhren also zu mir nach Hause und packten, so dass wir gegen drei Uhr Früh Richtung Salzkammergut aufbrachen. Meine Eltern waren ein bisschen verwundert, aber so wirklich überraschen konnte sie mittlerweile gar nichts mehr.

Das Große Tragl (2.179m)

Um halb Fünf auf der Tauplitz-Alm angekommen irrten wir eine Weile umher bis wir mit unseren schwachen Stirnlampen den gekennzeichneten Wanderweg fanden. Die Orientierung in der Finsterniss war nicht leicht, nur die Sterne und ein kleiner Lichtkegel leuchteten uns den Weg. Weiteres wanderverrücktes Partyvolk blieb aus, welche ein Glück.

Es war um einiges kühler als vermutet was sich auf meine Ohren niederschlug. So zitterte ich jede Minute dem Sonnernaufgang entgegen.

Die Tour war vom Parkplatz weg bis zum Anstieg eine sehr gemütliche Wanderung. Genialerweise begleitete uns über ein paar Kilometer eine kleine schwarze Katze, welche uns die Einsamkeit vergessen ließ. Dank dir Muzzi, war echt super!

Muzzi

Muzzi


Ließen uns viel Zeit um Fotos zu machen und brauchten natürlich auch ein bisschen länger, da wir in der Nacht langsamer vorwärts kamen. Als wir dann vom Wanderweg links rauf zum Gipfel abbogen, fing schon die Dämmerung an. Waren voller Zuversicht den Sonnenaufgang das erste Mal auf einem Gipfel zu erleben.

Kamen dann auch schon bald in das bekannte Karstgebiet des Toten Gebirges und sahen auch gleich einige Dolinen. Waren nur stellenweise von Schnee bedeckt und somit keine Gefahr da sie gut erkennbar waren. Im Winter ist hier aber höchste Vorsicht geboten.

Hier wussten wir dann, dass sich der Sonnenaufgang nicht ausgehen wird. Der kam kurz später auch noch, als wir genau hinter einem Bergkamm standen. Sahen also nicht einmal wie die Sonne über den Bergen im Osten aufging.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang


Um Acht Uhr standen wir dann auf dem Gipfel und wurden mit einem tollen Ausblick belohnt wurden. Der Wind ging sehr stark und es war auch kalt, bzw. wir waren auch nicht optimal ausgerüstet.
Großes Tragl (2.179m)

Großes Tragl (2.179m)


Im Norden war das Tote Gebirge, östlich das Sengsengebirge und die Niederen Tauern die in die Hohen übergingen, südlich das Dachsteinmassiv und westlich das Tennen- und etwas nördlich das Höllengebirge.

Die Tauern Gebirgskette war orange ausgeleuchtet und man konnte gar nicht alle Gipfel zählen die da nebeneinander aufragten. Besonders das Tote Gebirge mit den leichten Schneeverwehungen sah im Grau-Weiss Kontrast sehr schön aus.

Dolinen, Kuhtritte und anderes Sinnfreies

Verkarstungen

Verkarstungen


Gingen nach der obligatorischen Jausen-Pause wieder runter, wobei wir uns noch mehr Zeit ließen als beim Aufstieg. Sahen viel Geologisches wie Verkarstungen, Dolinen und Kuhtritte, also Kalk mit fossillen Einschlüssen.
Kuhtritt

Kuhtritt


Durch starken Schlafmangel hervorgerufen gabs kaum noch einen grammatikalisch richtigen Satz, geschweige den einen mit Sinn zu hören. Das Gesprächsniveau driftete in Richtung Sinnlosigkeit und kompletter Konzentrationsunfähigkeit ab, es war also genial lustig! Dumm ist der, der Dummes tut sagte einst ein Weißer Mann.

Wieder auf der Tauplitz-Alm angekommen war ich schon ziemlich geschlaucht. Mit den Gedanken bei der Heimfahrt und dem morgigen Arbeitstag gingen wir gegen ein Uhr Mittag logischer Weise ……..ja genau, in eine Buschenschank auf eine Erdäpfelsuppe und eine Hausmischung.

Danach war der Tag sprichwörtlich gegessen. Die Müdigkeit überrannte uns und wir wollten nur mehr nach Hause und schlafen.

Aussicht auf Grimming

Aussicht auf Grimming


War eine der Touren die ich nie vergessen werde. Sie lebte von Spontanität und Lebenslust und dem Umstand in der Nacht umher zu irren. Besonders der Anfang, die Stille kombiniert mit der Dunkelheit, hatte eine sehr spirituelle Atmosphäre.

Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, es war ein wirklich harter Tag, der sich aber auf jeden Fall auszahlte und für immer in unseren Köpfen bleiben wird.

Greetz, Kasi

Großes Tragl (2.179m) mit Berni

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