Die Südkoreanerin Oh Eun-sun ist am Dienstag am Gipfel des Annapurna (8.091m) angekommen. Zusammen mit drei Trägern und einem Kameramann schaffte sie ihren 14. und somit letzten Berg im Wettrennen um den Titel „erste Frau auf allen Achttausendern“. Die Kritiken hören aber nicht auf, da sie künstlichen Sauerstoff, Fixseile und Träger verwendet hat, was unter vielen Alpinisten als unsauberer Stil gilt.

Der Wettlauf

Das Wettrennen ist zu Ende und mit Oh Eun-sun (44) steht erstmals eine Frau auf allen vierzehn Achttausendern und dieses Mal konnte die ganze Welt den Erfolg via Fernsehen live mitverfolgen. So fieberte Südkorea mitsamt dem Präsidenten mit, die Straßen waren wie ausgestorben.

Bis vor zwei Jahren war Eun-sun noch ein relativ unbeschriebenes Blatt im Alpin-Zirkus. Doch als sie 2008 vier 8000er in einem Jahr schaffte, wurde sie innerhalb kürzester Zeit zur Mitaspirantin im Wettrennen. Die Konkurrentinnen um eine der letzten Pioniertaten im alpinen Sport waren Gerlinde Kaltenbrunner, Edurne Pasaban und Nives Meroi.

Kritik am Stil

Schaffbar waren die vier Berge (Kangchendzönga, Nanga Parbat, Dhaulagiri, Gasherbrum I) in nur einem Jahr, da sie einen anderen Stil verwendet als die meisten ihrer Konkurrentinnen.

So lies sie sich von einem Berg zum nächsten mit einem Hubschrauber bringen, was die langen Zustiege zu den Base Camps einsparte. Weiters gehörten Träger in die Höhenlager und kilometerlange Fixseile zum Standard-Reportoire. Und am Everest und K2 wurden Sauerstoffflaschen verwendet. Oh Eun-sun hat dies alles nie geleugnet, genauso wie, dass sie die erste auf allen vierzehn Achttausendern sein will.

Ethik am Berg – auch nicht einfacher als im Tal

Dagegen gilt unter vielen Alpinisten der Kodex, einen Berg mit so wenig Hilfsmitteln wie möglich zu besteigen. Verständlich sind diese Stimmen, aber ein fader Beigeschmack kommt bei solchen moralischen Diskussionen immer mit auf.

Fragen wie „Wer definiert was richtiges Bergsteigen ist?“ und „Wo fängt es an und wo hört es auf?“ verwehren sich einer schnellen Antwort und driften schnell mal ins Rechthaberische und starkt Subjektive ab.

Mit strikten Regeln und Grenzen kommt man hierbei nicht weiter und für was werden diese überhaupt gebraucht??

Denn darum sollte es nicht gehen. Wenn jemanden die Rekordjagd egal ist, dann sollte es einem auch nicht störren, wenn dies bei einem anderen Menschen nicht so ist. Hinter solchen Wertedebatten steckt oftmals der Versuch anderen die eigene Meinung aufzudrängen und zu normieren, was Menschen spaltet und voneinander weg bringt.

Die Geckos freuen sich auf jeden Fall für Oh Eun-sun mit und gratulieren ihr zu der tollen Leistung!

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1 comment

  1. Stefan Kasberger Mai 19th, 2010 5:07 pm Reply
    #1

    Auch Edurne Pasaban hat jetzt alle 14. Achttausender bestiegen:
    http://www.alpin.de/news/news/ef8bb16c-cdb6-41b1-9330-23507e807ef8

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