Endlich wieder mal eine Tour bei uns zu Hause im schönen Salzkammergut. Pauly und ich machten uns zum neu eröffneten Drachenwand-Klettersteig (B/C) auf. Traumhaftes Wetter begleitete uns auf einer schönen Route. Leider ist zu sagen, dass der Klettersteig wegen Steinschlag und Besuchermassen an so einem Tag nicht zu empfehlen ist!

Es ging mit Pauly rauf, für den es der erste wirkliche Klettersteig war. Als wir um 11h beim Einstieg ankamen, waren wir wieder später dran als geplant. Trotzdem oder gerade deswegen waren wir nicht alleine. Eine Schlange an Menschen reckelte sich den Steig rauf so dass wir schnell wussten wo die Route war. Darunter leicht zu erkennen viele Anfänger die sich rauf quälten.

Ein traumhafter Tag zum Berggehen – das fanden auch Andere

Wie erwartet, den die gute Lage am Rande des Salzkammergutes, das traumhafte Wetter, der niedrige Schwierigkeitsgrad und die Neueröffnung zog viele Klettersteiggeher an. Leider gibt es auch dieses Mal keine Fotos, da die Kamera meiner Mum leider ohne Film mit war.

Somit ging es zu Beginn langsam dahin, der schlechte Fels und die vielen Menschen machten vorsichtiges agieren zum Muss. Die Steinschlaggefahr war enorm hoch, gerade da viele Anfänger unterwegs waren. Damit ihr versteht was ich darunter meine, eine kleine Erörterung.

Beim Anlegen des Klettersteig-Sets sahen wir die eine Familie die Leiter rauf steigen. Die Frau bekam bereits nach 2 Metern die Nähmaschine, also das Zittern der Wadenmuskeln durch mentale und körperliche Überbelastung. Es redet sich von selbst, dass die Familie keine Erfahrungen mit alpinen Gefahren wie Steinschlag hatte.

Will hier aber keinem das Recht auf den Klettersteig absprechen. War selber auch mal Anfänger und habe einige Fehler gemacht und dadurch gelernt, so ist das halt mal. Hier sollte man aber auch die Erbauer des Klettersteiges nicht aus der Verantwortung nehmen. Die oben erwähnten Risoko-Faktoren waren schon im Vorhinein bekannt.

Aber auch Pauly und ich waren nicht gefeit vor den alpinen Gefahren. Uns gingen zwei faustdicke Steine ab, welche glücklicherweise niemanden trafen. Dies hätte ein schlimmes Ende nehmen können!

Und mich schützte heute zum ersten mal mein Helm vor einem Steinchen, das es direkt auf eines meiner beiden Augen abgesehen hatte. Gemeine Sache, da ich an dieser leichten Stelle nicht einmal angehängt war. Zum Glück senkte ich einpaar zehntel Sekunden vor dem Aufprall meinen Kopf zu den Füßen und das Steinchen schlug auf dem Helm auf.

Die Route an sich ist sehr schön. Geht die ganze Zeit etwas links vom Ost-Grat und hat eine sehr schöne Führung und Aussicht Nach ungefähr zwei Stunden standen wir auf der Drachenwand (1.060m), wäre aber alleine sicher um einiges schneller gegangen.

Unverletzt am Gipfel angekommen gabs dann eine feine Jause, bevor es den Wanderweg runter ging. Wie schon des öfteren gelesen, war der Normalweg recht rutschig und das obwohl es schon ziemlich trocken war. Aber mein Hintern hielt es aus und somit überstanden wir auch dies.

Da es erst etwas nach Mittag und das Wetter fantastisch war fuhren wir noch an den Attersee um zu chillen.

Am Abend gabs dann zu Hause noch eine kleine Grillerei am Lagerfeuer mit Reini und zwei Freunden von ihm. Genossen in gemütlicher Runde das letzte Wochenende bevor Reini zum Master-Studium nach Stockholm geht.

Wish you all best!

Loses Gestein und Menschenmassen – eine schlechte Kombination!

War ein wunderschöner Tag mit einer schönen Route die Drachenwand rauf. Leider ist der Klettersteig aus folgenden Gründen – zumindest bei solchem Andrang – nicht zu empfehlen.

Loses Gestein:
Die Drachenwand war schon davor bekannt eine schleche Felsqualität zu haben und dadurch viel Steinschlag zu verursachen. Dies wird zwar vermütlich über die Saison hinweg besser werden, aber jeden Frühling von Neuem beginnen.

Leichte Erreichbarkeit und großes Einzugsgebiet:
Der Klettersteig ist für viele aus dem Flachland im Norden der näheste Ort zum Klettern. Hinzu kommt die super Verkehrsanbindung mit der A1. Somit war es klar, dass es zu einem Massenansturm an schönen Tagen kommen wird, darunter verhältnissmäßig viele Neulinge.

Niedriger Schwierigkeitsgrad (B/C):
Selbes Problem wie oben. Dies lockt viele Anfänger an, welche sich noch nicht mit alpinene Gefahren auseinander gesetzt haben.
Das durch Jene verhältnissmäßig mehr Steine losgetretten werden und der „Steinschlag„-Ruf ausbleibt ist so. Und das durch viele Anfänger bessere Klettersteiggeher genervt sind und es vermehrt zum Drängeln kommt, ist auch logisch, wenns auch nicht schön ist.

Tourismusgebiet Mondsee + Attersee:
Noch dazu ist das ganze in einem gut besuchten Tourismusgebiet, wo viele Menschen unter anderem aus Deutschland und den Niederlanden zu Besuch sind die zuvor noch nie einen Berg begangen haben.
Von denen im Anfänger-Stress durch falschen Selbst-Einschätzung zu verlangen die alpinen Regeln zu beachten ist sinnlos. Die schauen oftmals, dass sie überhaupt rauf kommen und müssen an ihre Grenzen gehen.

Ich rede hier nicht abwertend über Anfänger oder Touristen! Weiß aus eigener Erfahrung recht gut wie das ist. Und genau deswegen hätte ich mir etwas mehr Rücksicht auf diese Gruppen gewünscht!
Dies ist kein D/E Klettersteig im Herzen der Alpen, wo alleine der Zustieg für viele Abschreckung genug ist. Davon abgesehen, dass dort die Felsqualität meist um einiges besser ist als am Rande der Kalkalpen.

Schade. Man kann nur hoffen, dass niemanden etwas passiert.

Links:

Greetz, Kasi

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2 comments

  1. Gerald August 9th, 2009 9:33 pm Reply
    #1

    Schon erstaunlich, dass ein Klettersteig mit Mitteln des Landes OÖ, des Bundes und der EU geförder wird. Ich werde jetzt einen Weitwanderweg gehen. Förderansuchen bereits ausgedruckt. Haltet mir die Daumen 😉

  2. Pingback November 6th, 2009 12:05 am
    #2

    […] der Silvretta- Woche mitnehmen. Da ich im Salzkammergut heuer überhaupt erst einmal unterwegs war (Drachenwand-Klettersteig) ging es somit zum bekanntesten Kletterspot im Höllengebirge, dem Adlerspitz (1241m). Adlerspitz […]

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